2021 08 12 Scrum was ist neu

Scrum – was ist jetzt anders?

Ende 2020 gab es eine ganze Reihe von Änderungen im Scrum-Guide. Diese Änderungen im agilen Rahmenwerk waren Thema zahlreicher Diskussionen in der agilen Fangemeinde. Was genau wurde geändert und welche Folgen hat dies für das Arbeiten mit Scrum?

Vorausschicken möchte ich, dass eine ganze Reihe der Änderungen neue Begrifflichkeiten sind. Hierdurch wird eine Präzisierung erreicht.

Für alle, die sich für Scrum interessieren oder es schon praktizieren, hier ein kurzer Überblick mit den Aktualisierungen. Denn leider kursieren im Netz noch allzu viele veraltete Darstellungen.

Alle Änderungen im Scrum-Guide auf einen Blick

1. Es gibt keine Scrum „Rollen“ mehr. Wir sprechen jetzt von „accountabilities“, also Verantwortlichkeiten.

Der Scrum Master wird nicht mehr als „servant leader“ bezeichnet, sondern als „true leader“. Dies unterstreicht seine Führungsverantwortung gegenüber der Organisation.
Es wird nicht mehr unterschieden zwischen „Team“ und „Development Team“. Das Dev-Team wurde gestrichen. Stattdessen gibt es nur noch ein Team, zu diesem gehören der Product Owner, der Scrum Master und die Entwickler. Dieser Punkt unterstreicht die gemeinsame Verantwortung des ganzen Teams für die Umsetzung.

2. Aus „selbstorganisiert“ wird „selbstgemanaged“.

Damit wird dann der Zielzustand beschrieben, welchen das Team anstrebt. Und die Fragen beantwortet: Was? Wann? Wie?

3. Neu ist der Begriff des „Produktziels“.

Damit wird die Beschreibung des zukünftigen angestrebten Zustands des Produkts Teil von Scrum. In der Realität war dies bereits in der Mehrzahl der Fälle Realität. Somit ist hier der Scrum-Guide lediglich an die tatsächliche Umsetzung angepasst worden.

4. Zu jedem Artefakt gehört nun ein Commitment.

Am jeweiligen Commitment können die Ergebnisse des Artefakts gemessen werden. Folgende Commitments gehören zum jeweiligen Artefakt:
Product Backlog – Produktziel
Sprint Backlog – Sprintziel
Inkrement – Definition of Done

5. Es kann jetzt pro Sprint mehrere Inkremente geben.

Dies bedeutet, dass es auch mehrere Lieferungen für das gleiche Produkt in einem Sprint geben kann. Diese Änderung spiegelt eine Tatsache wider, die bei Scrum in der Entwicklung schon länger Realität ist.

6. Bei der Sprintplanung werden drei Punkte in den Fokus genommen:

Warum ist der Sprint wertvoll? – Sprintziel
Was können wir in diesem Sprint fertigstellen? – Sprint-Backlog
Wie erreichen wir unser Sprintziel?

7. Die Geschwindigkeitsgröße „Velocity“ als Konzept gibt es nicht mehr.

Der neue Scrum-Guide – Abbild der gelebten Scrum Praxis

Der Umfang des Scrum-Guides hat abgenommen. Und durch die Änderungen im agilen Rahmenwerk wurde die Öffnung für andere Anwendungen außerhalb der Entwicklung, die in der Realität bereits in Gange ist, abgebildet. Ein Blick ins Original lohnt sich.

Sie haben Interesse an einer Beratung, um mehr über agile Rahmenwerke wie beispielsweise Scrum im Change-Prozess zu erfahren? Dann rufen Sie uns für ein kostenfreies Erstgespräch an unter Telefon: 07257/64 789 64 oder schreiben Sie uns über unser Kontaktformular.